Das alternative Wohn- und Kulturprojekt Schokoladen in Berlin-Mitte ist akut gefährdet. Der Eigentümer des Gebäudes hat dem Trägerverein Schoko-Laden e.V. und allen Wohnungsmieter/innen die Mietverträge gekündigt. Da der Trägerverein die Kündigung aus rechtlichen und formalen Gründen zurückgewiesen hat, kommt es nun zu einer mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht Berlin.
3. August 2009, 10.30 Uhr, Raum 142, Landgericht Berlin, Gerichtsgebäude Tegeler Weg 17-21, 10589 Berlin.
Um Pressevertreter/innen und Nachbar/innen über die aktuelle Situation des Schokoladens und unseren Bemühungen für den Erhalt alternativer Kultur in Berlin-Mitte zu informieren, laden wir zum Pressegespräch ein: Montag, 3. August 2009, 13 bis 15 Uhr im Schokoladen-Hof, Ackerstraße 169/170, 10115 Berlin
Der Schokoladen – Alternative Kultur in Mitte seit 1990
Der Schokoladen Mitte in Berlin ist seit nunmehr 19 Jahren ein Ort von und für Kultur jenseits der Hochglanzpolitur. Im Jahr 1990 aus einer Besetzung der Häuser in der Ackerstr. 169/170 entstanden, füllten seitdem ungezählte Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen und Partys mit Künstler/innen und Besucher/innen aller Kontinente unsere Räume. Neben dem Kultur-Café Schokoladen, dem Club der Polnischen Versager und dem Theater im Schokohof nutzen auch verschiedene Gemeinschaftsateliers, Werkstätten, Bands und Ton-Studios die Gewerbeflächen des Hauses…..
Schokoladen Mitte !Gekündigt!
Zur Zeit betreibt der Eigentümer eine Entmietung des Gebäudes und versucht, nach einem gescheiterten illegalen Räumungsversuch im letzten Jahr, die Nutzer/innen und Bewohner/innen auf rechtlichem Wege loszuwerden. So wurden die seit 1991 kulturell genutzten Gewerberäume im Erdgeschoss und der Hinterhof-Fabrik gekündigt und vor wenigen Wochen auch den Wohnungs-Mieter/innen Kündigungen, aufgrund angeblich „nichtangemessener wirtschaftlicher Verwertungsmöglichkeit“, zugestellt…..
Konzepte des Hausvereins, die einen Verbleib der Kultur- und Wohnstruktur auch nach einer beabsichtigten Sanierung ermöglichen sollten, wurden vom Eigentümer mehrfach ignoriert oder als indiskutabel abgelehnt.
Gentrifizierung? Nicht Mit(te) mir!
Der Schoko-Laden e.V. war eines der ersten Kulturprojekte, die nach der Wende zur rasanten Wiederbelebung der Spandauer Vorstadt und des Scheunenviertels beitrugen. Diese Stadtteile waren in den letzten zwanzig Jahren wie keine anderen von Umstrukturierung und Aufwertung geprägt. Diese einseitige Entwicklung ist verantwortlich für massive Mietsteigerungen und für Verdrängung einkommensschwacher Bevölkerungsteile und alternativer Kulturprojekte. Der Schokoladen ist heute eines der letzten verbliebenen alternativen Projekte im Kiez. ….
Der Schokoladen muss bleiben, denn er ist Teil einer kulturell vielfältigen, freien und sozialen Kulturszene, die gerade im übersanierten Stadtbezirk Mitte notwendig ist.
Wir kaufen uns selbst!….
Unser Ziel ist es, den Schokoladen dauerhaft als alternatives Wohn- und Kulturprojekt zu erhalten. Nachdem der Eigentümer alle Lösungsvorschläge des Hausvereins abgelehnt hat und nun eine rechtliche Auseinandersetzung betreibt, haben wir, gemeinsam mit einer privaten gemeinnützigen Stiftung, ein Finanzierungs- und Nutzungskonzept entwickelt. Die Stiftung hat dem Eigentümer ein Kaufpreisangebot unterbreitet, um das Gebäude zu erwerben. Das Angebot, erstellt auf Grundlage eines neutralen Verkehrswertgutachtens, wurde vom Eigentümer ohne Verhandlung abgelehnt.
Weitere Informationen und Pressekontakt:….
Schoko-Laden e.V., e-Mail: info@schokoladen-mitte.de….
admin Schokoladen
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